Karibisches Flair auf Vatersay
Bei der Ankunft auf der Isle of Barra konnte ich mir bei Wortspielen wie „Welcome to Barradise“ oder „Barrahamas“ ein Schmunzeln nicht verkneifen. Was zunächst wie eine humorvolle Übertreibung klang, sollte jedoch schon bald Sinn ergeben. Spätestens, als ich die weißen Sandstrände der kleinen Hebrideninsel erkundete, wurde klar, was gemeint war. Noch beeindruckender war die Nachbarinsel Vatersay, die über eine Dammstraße mit Barra verbunden ist. Dort bot sich karibisches Flair – wenngleich bei schottischen Temperaturen.

Mein erstes Ziel war der Tràigh a Bhaigh – gälisch für „Oststrand“. Sanft schmiegten sich die grünen Hügel an den hellen Sand, während das türkisfarbene Wasser ruhig vor sich hin plätscherte. Um diese Stimmung in meinen Aufnahmen wiederzugeben, fotografierte ich aus einiger Entfernung. So ließ sich die Symbiose von Strand und umgebender Landschaft optimal einfangen, die dieses friedliche Idyll prägt.
Obwohl der Tràigh Siar – gälisch für „Weststrand“ – nur einen Steinwurf entfernt auf der gegenüberliegenden Seite des schmalen Dünenstreifens liegt, besitzt er einen völlig anderen Charakter. Er ist dem offenen Atlantik zugewandt und wirkt dadurch rauer. Die Stimmung ist energetisch und kraftvoll. Um dieses Gefühl in meinen Bildern einzufangen, fotografierte ich direkt vom Strand aus. So rückten die anrollenden Wellen und die Brandung in den Fokus und vermittelten die Dynamik und Bewegung, die diesen Ort ausmachen.

Bei der Fotografie an Stränden greift man gern zum ND Filter und arbeitet mit Langzeitbelichtungen. Auf Vatersay entschied ich mich bewusst dagegen, um die natürliche Stimmung zu bewahren. Mit einem Polfilter steuerte ich lediglich die Reflexionen auf dem Wasser, um Farbe und Klarheit hervorzuheben. Ein Verlaufsfilter half, den Himmel leicht abzudunkeln und die Belichtung auszugleichen. Mehr brauchte es nicht – die Szenerie an sich war bereits wahrlich „barradiesisch“.
Lage
Die Strände liegen Rücken an Rücken auf der Insel Vatersay, Schottland. (Maps)
Foto-Möglichkeiten
Weiße Strände mit glasklarem Wasser.
Beste Zeit
Zu jeder Tageszeit. Tràigh a Bhaigh bietet sich zum Sonnenaufgang an, Tràigh Siar zum Sonnenuntergang.
Fotoausrüstung
Kamera, 14-24 mm und 24-70 mm Objektive, Polfilter, GND-Verlaufsfilter, Stativ.
Tipps
Fotografiere Strände immer erst aus der Entfernung, bevor du den Sand betrittst. Anders herum hast du sonst deine eigenen Fußspuren im Bild.
Parken
Ein Parkplatz befindet sich zwischen den beiden Stränden. (Maps)
Entfernung
Vom Parkplatz sind es rund 100 Meter zum Tràigh a Bhaigh bzw. rund 300 m zum Tràigh Siar.
Übernachten in der Nähe
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