Whistler Train Wrecks – Der schönste Unfall Kanadas

9 Juni 2026

Die Gegend rund um den Alta Lake war 1956 ein abgelegenes Wald- und Fischergebiet im kanadischen British Columbia. An den pulsierenden Ort Whistler, der 2010 die Olympischen Winterspiele mit austragen sollte, war damals noch nicht zu denken. So klingt es kaum verwunderlich, dass die Pacific Great Eastern Railway einen entgleisten Frachtzug auf unkonventionelle Weise barg und die verunglückten Waggons einfach von einem lokalen Forstbetrieb von den Schienen in den Wald ziehen ließ. Und da liegen sie bis heute.

Über die Jahre gerieten die Zugwracks in Vergessenheit, bis Mountainbiker sie in den 1990ern wiederentdeckten und als Parcours nutzten. Erste Graffitis hielten Einzug. Im Sommer 2011 organisierte der Künstler Chili Thom dann einen sogenannten Paint Jam, zu dem er eine Gruppe lokaler Künstler einlud. An einem einzigen Abend verwandelten sie die Wracks in eine Freilichtgalerie. Seither verändert sich das Aussehen der Waggons stetig. Der Bau einer Hängebrücke über den Cheakamus River im Jahr 2016 verhalf den Whistler Train Wrecks, sich endgültig als Sehenswürdigkeit zu etablieren. Bis dahin war es nur möglich, den Ort zu erreichen, indem man entlang aktiver Bahngleise ging – illegal, versteht sich.

Ich hatte den Train Wreck Trail als Zusatzpunkt auf meiner Fotoliste, für den Fall, dass ich beim Besuch von Whistler noch etwas Zeit übrig hätte. Was mich hier erwartete, hatte ich mir so nicht vorgestellt. Bereits die Hängebrücke über den tosenden Cheakamus River kündigt an, dass man im Begriff ist, eine andere Welt zu betreten. Das Dröhnen des Flusses liegt über dem gesamten Gelände und verleiht der Atmosphäre eine seltsame Unruhe. Auf der anderen Seite des Flusses trifft man dann auf eine Szenerie, die etwas zutiefst Surreales hat: Eisenbahnwaggons und Natur, zwei Welten, die eigentlich nichts miteinander zu tun haben, sind hier auf faszinierende Weise miteinander verwoben. Hier findet man ungewöhnliche Fotomotive in Hülle und Fülle. Zum Glück war noch Zeit für einen Besuch dieser Location!

Lage & Anfahrt

Bei Whistler in British Columbia, Kanada. (Maps)

Fotomotive

Mit Graffiti verzierte Eisenbahnwaggons mitten im Wald.

Beste Zeit zum Fotografieren

Früh morgens oder gegen Abend, wenn weniger Besucher unterwegs sind und das Licht weicher ist.

Eingesetzte Fotoausrüstung

Kamera, 14–24 mm für die Waggons im Wald und 24–70 mm für Details, Stativ bei schwachem Licht im Wald.

Tipps für Fotografen

Auch wenn die Eisenbahnwaggons der eigentliche Hingucker sind, sollte man auch dem Wald viel Platz einzuräumen. So wird der Kontext zur außergewöhnlichen Umgebung hergestellt.
Der Cheakamus River und die Hängebrücke sind ebenfalls lohnende Fotomotive.

Parken

Beim Whistler Field Hockey Club. Der Wanderweg führt direkt daneben in den Wald. (Maps)

Wegstrecke

Vom Parkplatz sind es rund 1,2 km bis zu den Train Wrecks. Man benötigt dafür 15 – 20 Minuten – und natürlich genauso lange für den Rückweg.

Übernachten in der Nähe

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