Giant’s Causeway und sein Konterpart jenseits des Meeres
Der Name Giant’s Causeway, auf Deutsch „Damm des Riesen“, verweist auf eine uralte Legende, der zufolge die Basaltsäulen in Nordirland und auf der schottischen Insel Staffa einst Teil eines Dammes waren, den der irische Riese Finn McCool erbaut hatte. Die Säulen führten demnach hinüber zu Fingal’s Cave auf Staffa, in der der schottische Riese Benandonner hauste, mit dem McCool im Clinch lag. Benandonners wahre Größe erschreckte McCool jedoch derart, dass er schleunigst zurück nach Irland floh. Als Benandonner eines Tages bei den McCools anklopfte, geriet der irische Riese in Not. Seine Frau Oonagh verkleidete ihn kurzerhand als Baby und legte ihn in eine Wiege. Als der schottische Riese sah, wie riesig das vermeintliche Kind war, befürchtete er, dass sein Vater ein wahrer Gigant sein musste, und flüchtete panisch zurück nach Schottland. Den Damm riss er hinter sich ein. Übrig geblieben sind bis heute die charakteristischen Basaltsäulen.
Geologen werden vermutlich eine fundiertere Entstehungsgeschichte parat haben und ich muss gestehen, dass auch ich ins Grübeln kam, als ich Staffa besuchte. Für einen Riesen ist die Insel viel zu klein und Fingal’s Cave ist eine Höhle, in der man eigentlich nicht wohnen kann. Es sei denn, man hat ein Faible für nasse Füße. Die Basaltsäulen sind auf beiden Seiten des ehemaligen Damms beeindruckend, wirken auf Staffa sogar etwas gewaltiger. Das liegt vermutlich auch an der exponierten Lage der Insel und daran, dass man sie nur per Boot erreicht. Der Zugang ist also deutlich aufwändiger und erfordert etwas Planung, was dem Besuch eine besondere Note verleiht.
Den Giant’s Causeway besuche ich am liebsten sehr früh morgens zum Sonnenaufgang. Zum einen wegen des weichen Lichts, das die Küste streift. Zum anderen, weil ich dann in der Regel alleine bin. Nicht nur, um den Causeway ohne Menschenmassen vor die Linse zu bekommen, der Ort strahlt zu dieser Stunde auch eine erdende Ruhe aus, die so tagsüber schlicht nicht zu spüren ist. Vielleicht liegt es am Alter der Steine? Tagsüber, wenn das Visitor Centre geöffnet hat und Busladung um Busladung von Besuchern zum Causeway gekarrt wird, ist es schwierig bis unmöglich, ungestörte Aufnahmen zu machen. Eine UNESCO-Welterbestätte will schließlich besichtigt werden. Den Causeway darf man übrigens zu jeder Tageszeit besuchen, auch wenn das Visitor Centre geschlossen ist. Man muss dann eben zu Fuß hinuntergehen.
Empfehlenswert ist vor einem Besuch ein Blick in den Gezeitenkalender. Bei Ebbe ragen deutlich mehr der angeblich 40.000 Basaltsäulen aus dem Meer als bei Flut. Der Unterschied ist gewaltig und der Causeway wirkt bei Ebbe wesentlich imposanter.

Lage & Anfahrt
Bei Bushmills, Co. Antrim, Nordirland. (Maps)
Fotomotive
Küstenlandschaft aus Basaltsäulen vor schroffen Klippen.
Beste Zeit zum Fotografieren
Bei Sonnenaufgang und Sonnenuntergang.
Eingesetzte Fotoausrüstung
Kamera, 14–24 mm für Panoramaaufnahmen und 24–70 mm für Details, ND-Filter, Polfilter, Stativ.
Tipps für Fotografen
Der Causeway ist auch eine schöne Location für Sonnenuntergang. Dann ist es in der Regel aber belebter.
Hinweis: Ich habe in diesem Artikel zwei Seiten einer Legende beleuchtet, die rund 140 km Luftlinie voneinander entfernt liegen. Ein Besuch von Staffa ist jedoch nicht einfach mit dem Giant’s Causeway kombinierbar (zumindest solange man kein Riese ist). Um Staffa in Schottland zu besuchen, muss man zuerst zur schottischen Insel Mull reisen, von wo aus die Boote nach Staffa starten.
Parken
Direkt beim Visitor Centre. (Maps)
Wegstrecke
Die Wegstrecke hinab zum Causeway ist rund 1 km. Man geht entlang der Straße. Auf dieser pendelt tagsüber ein kostenpflichtiger Shuttlebus.
Übernachten in der Nähe
In Bushmills oder Ballycastle.
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