Mourne Mountains
Es hatte etwas Magisches, als sich mir die Mourne Mountains erstmals zeigten. Oder vielmehr, als sie versuchten, sich meinen Blicken zu entziehen. Als wollten sie nicht gesehen werden. Dichter Seenebel war ihr Komplize an diesem Morgen und verhüllte weite Teile der Bergkette jenseits des Carlingford Lough. Dieser erste Eindruck weckte meine Neugier aber erst richtig. Ich musste sie unbedingt sehen, diese Berge, die Clive Staples Lewis als Inspiration für seine Chroniken von Narnia dienten. Und wenn ich dafür durch einen Kleiderschrank hätte gehen müssen, um dorthin zu gelangen.
Es war dann doch alles viel einfacher. Aber nicht weniger magisch. Die Mournes wirken anders als viele andere Bergketten, eher wie geschwungene Hügel, aus denen einzelne schroffe Gipfel plötzlich herausbrechen. Als herrsche in dieser Landschaft ein stilles Ringen zwischen Sanftmut und Wildheit. Die Täler vermitteln dabei ein Gefühl von Weite und an vielen Stellen erhascht man Blicke auf das Meer, das nie wirklich weit entfernt zu sein scheint. Über allem liegt eine unaufgeregte Stille, eine Ruhe, die man so nur selten findet. Dieses Gefühl lässt sich mit Worten nur schwer beschreiben, weshalb ich an dieser Stelle lieber einige Aufnahmen für sich sprechen lasse. Allen diesen Aufnahmen ist gemein, dass sie am Abend entstanden sind. Im Abendlicht zeigen sich die Mournes von ihrer schönsten Seite. Die Hügel werfen dann lange Schatten, irgendwo in der Ferne wird die Mourne Wall eins mit den Bergen und im warmen Licht wirkt die Landschaft noch eine Spur magischer, als sie es ohnehin schon ist.
Das eingangs erwähnte Versteckspiel der Mourne Mountains habe ich übrigens in einer Aufnahme festgehalten, die als allererstes Bild in meinem 2017 veröffentlichten Bildband „Irlands Ostküste“ erschien. Damals trug sie die Bildunterschrift „Herzlich willkommen an Irlands Ostküste …“, ohne dass ich näher darauf eingegangen bin, wo genau diese Aufnahme entstanden ist. Nun ist auch dieses kleine Geheimnis gelüftet.

Lage & Anfahrt
Im nordirischen County Down, rund 20 km östlich von Newry. (Maps)
Fotomotive
Malerische Berge und Täler.
Beste Zeit zum Fotografieren
Früh morgens oder am Abend.
Eingesetzte Fotoausrüstung
Kamera, 14 – 24 mm für Panoramaaufnahmen und 24 – 70 mm für Details, Polfilter, Verlaufsfilter, Stativ.
Tipps für Fotografen
Ideal ist es, in oder nahe der Mourne Mountains zu übernachten, um in den frühen und späten Stunden des Tages ohne langen Anfahrtsweg vor Ort zu sein.
Parken
Es gibt einige Parkplätze und auch entlang der Straße viele Parkmöglichkeiten.
Wegstrecke
Hängt vom jeweiligen Fotospot ab.
Übernachten in der Nähe
In den Mourne Mountains oder in Newcastle.
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