Forth Bridge
Seit 1890 überspannt die Eisenbahnbrücke bei Queensferry den Mündungstrichter des Firth of Forth. Mit einer Spannweite von 521 Metern und einer Gesamtlänge von 2523 Metern stellte sie bei ihrer Inbetriebnahme alles bis dahin Dagewesene in den Schatten. 54.000 Tonnen Stahl ruhen hier auf massiven Granitsockeln und trotzen seither den Gezeiten. Es ist ein faszinierender Anblick, wie auf dieser gewaltigen Konstruktion zweigleisig Züge hin und her pendeln, während darunter Schiffe hindurchfahren. Ihre Aufnahme in die Liste der UNESCO-Welterbestätten hat sich die Forth Bridge jedenfalls redlich verdient.
Ich hatte direkt am Fuß der Brücke in South Queensferry Quartier bezogen und damit den Fotospot sprichwörtlich vor der Haustür. Für die geplanten Aufnahmen am späten Nachmittag fehlte allerdings das Licht. Es war einer jener grauen Tage, an denen die Sonne den Kampf gegen die Wolken nicht gewinnen konnte. Erst mit der einbrechenden Nacht ergab sich die Gelegenheit loszulegen, denn nun spielte das Tageslicht keine Rolle mehr und ich konnte stattdessen ganz mit Kunstlicht arbeiten.

Ein wichtiger Teil der Bildgestaltung bestand darin, die Lichtquellen gezielt zu steuern. Ich suchte mir einen Standpunkt am Ufer, von dem aus die Strahler unter der Brücke exakt mittig zwischen den Pfeilern standen. Zusätzlich arbeitete ich bewusst mit der Blende, um das Licht der Strahler als ausgeprägte Blendensterne einzufangen. Blendenflecke wollte ich dagegen möglichst vermeiden oder zumindest so steuern, dass sie die Brückenkonstruktion nicht überlagerten.
All das erforderte einiges an Konzentration und ich merkte wieder einmal, wie viel schwieriger es ist, in urbaner Umgebung zu fotografieren als irgendwo draußen in der Landschaft. Die Straße entlang des Forth-Ufers ist nämlich nicht nur ein idealer Fotospot, sondern entwickelt sich am Abend regelrecht zur Partymeile. Ständig kamen und gingen Autos, was auch ungewollten Lichteinfall bedeutete, den ich bei den Langzeitbelichtungen immer wieder abschirmen musste. Rund um die parkenden Fahrzeuge herrschte ein ganz schönes Tohuwabohu. Wenigstens war ich zu dieser nächtlichen Stunde nicht allein hier draußen.
Lage & Anfahrt
Zwischen South Queensferry und North Queensferry, Schottland. (Maps)
Fotomotive
Legendäre Eisenbahnbrücke über den Firth of Forth.
Beste Zeit zum Fotografieren
Zur Goldenen Stunde (morgens und abends) oder bei Nacht.
Eingesetzte Fotoausrüstung
Kamera, 14 – 24 mm für Panoramaaufnahmen, ND-Filter, Stativ.
Tipps für Fotografen
Entlang des Forth-Ufers in South Queensferry hat man den besten Blick auf die Brücke. Ein Stück flussaufwärts bieten sich mit den beiden Autobrücken weitere interessante Motive.
Parken
In der Newhalls Road in South Queensferry. (Maps)
Wegstrecke
Vom Parkplatz sind es nur wenige Schritte zum Ufer des Forth.
Übernachten in der Nähe
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